Die Bedeutung von emotionaler Führung
Die Zeiten von top-down-geführten Unternehmen sind definitiv vorbei. Zumindest, wenn man Mitarbeiter behalten und das Geschäft umsatzstark wachsen lassen möchte. Doch leider existiert in den Köpfen mancher Führungskräfte immer noch die Meinung, Stärke und Status mit Dominanz und emotionaler Distanz gleichsetzen zu müssen. Weit gefehlt!
Dass Führung größtenteils mit fordern und fördern zu tun hat, ist allseits bekannt. Hört sich in der Theorie gut an – in der Umsetzung hapert es dann doch. Wie also fordere und fördere ich meine Mitarbeiter in richtigem Maße und gehe sogar noch darüber hinaus?
Ein großer Faktor ist die emotionale Führung. Und kurz vorweg: Nein, das hat nichts mit Verweichlichung und Gefühlsduselei zu tun. Die Führungskraft ist auch emotional in der Lage, sich je nach Mitarbeiter und Situation angemessen zu verhalten und auf die emotionalen Bedürfnisse seiner Mitarbeiter einzugehen. Kritik ist hier konstruktiv und wird lösungsorientiert eingesetzt.
Konflikte sind in jeder Arbeitsumgebung unvermeidlich. Emotionale Führungskräfte sind darauf vorbereitet, Konflikte frühzeitig zu erkennen und konstruktiv anzugehen. Sie schaffen eine Atmosphäre, in der offene Diskussionen möglich sind und suchen gemeinsam mit den Beteiligten nach Lösungen. Ein effektives Konfliktmanagement trägt dazu bei, die Zusammenarbeit zu verbessern und die Produktivität zu erhöhen.
Emotionen herrschen überall und werden auch im Arbeitsleben immer eine Rolle spielen. Eine emotional starke Führungskraft darf auch damit in adäquater Form umgehen können. Dies gelingt allerdings nur, wenn der Mensch in der Führungsposition Impathie mitbringt und emotional intelligent ist.
Emotional kompetente Führungskräfte verstehen die Bedeutung der Unterstützung und Motivation ihrer Teammitglieder. Sie erkennen die individuellen Stärken und Schwächen und bieten gezielte Förderung und Entwicklungsmöglichkeiten an. Durch Anerkennung und Wertschätzung der Leistungen ihrer Mitarbeitenden steigern sie deren Selbstvertrauen und Arbeitszufriedenheit.
Grob kann emotionale Intelligenz in die Bereiche Selbstwahrnehmung, Selbstregulation, Selbstmotivation, Empathie und soziale Kompetenz eingeteilt werden. Dazu kommt die Fähigkeit, Emotionen wahrzunehmen, zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. So werden Mitarbeiter in einer wertschätzenden Art und Weise zu Höchstleistungen motiviert – und das sogar mit Spaß und Freude.
Daniel Goleman, Psychologe und Verfechter der emotionalen Führung, beschreibt seinen Ansatz mit den Worten: „Mit dem IQ kommt man in den Job, aber mit emotionaler Intelligenz macht man Karriere.“ Dies verdeutlicht, dass auch seitens der Führungskraft der EQ (emotional quozient) aus ganz persönlichen Gründen eine herausragende Rolle spielen sollte. Und die gute Nachricht: Emotionale Intelligenz und Führung ist erlernbar!